ANHANG

I. Allgemeine Angaben zum Konzern

Die KSB Aktiengesellschaft, Frankenthal / Pfalz (im Folgenden KSB AG genannt), ist eine kapitalmarktorientierte Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ludwigshafen am Rhein unter der Nummer HRB 21016 eingetragen und hat ihren Firmensitz in Frankenthal / Pfalz, Deutschland.

Im Vorjahr wurden die KSB AG und deren Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der Klein Pumpen GmbH, Frankenthal, einbezogen. Die Klein Pumpen GmbH, Frankenthal, ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Die Bekanntmachung erfolgt im Bundesanzeiger.

Der KSB Konzern ist weltweiter Anbieter von qualitativ hochwertigen Pumpen und Armaturen sowie zugehörigen Systemen. Den Anwendern dieser Produkte steht darüber hinaus ein breites Serviceangebot zur Verfügung. Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist in drei Segmente aufgeteilt: Pumpen, Armaturen und Service.

Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Der vorliegende Konzernabschluss der KSB AG wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Dabei haben wir das Rahmenkonzept sowie sämtliche für den Konzern relevanten und am Bilanzstichtag gültigen und von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommenen Standards sowie die Interpretationen des IFRS Interpretations Committee angewendet. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die noch gültigen International Accounting Standards (IAS). Somit steht der Konzernabschluss der KSB AG in Einklang mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind.

Der Konzernabschluss wurde unter der Going-Concern-Prämisse gemäß IAS 1.25 aufgestellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, eingeschränkt durch die Marktbewertung bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten sowie bei der erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten (inklusive derivativer Finanzinstrumente). Darüber hinaus bewerten wir unsere Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen nach der Equity-Methode.

Geschäftsjahr der einbezogenen Unternehmen ist das Kalenderjahr.

Die Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Alle wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung sind gesondert dargestellt und in diesem Anhang erläutert.

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist.

Konzernabschluss und -lagebericht werden wie auch der Jahresabschluss und Lagebericht der Muttergesellschaft beim Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht.

Der vorliegende Konzernabschluss, der vom Aufsichtsrat voraussichtlich am 22. März 2017 gebilligt wird, wurde vom Vorstand am 21. März 2017 zur Veröffentlichung freigegeben.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

a) Im Geschäftsjahr 2016 erstmals angewandte Rechnungslegungsvorschriften

Die folgenden neuen sowie überarbeiteten Standards des International Accounting Standards Boards (IASB) waren erstmalig für das Geschäftsjahr 2016 anzuwenden:

IFRS-Verlautbarung Verabschiedung Veröffentlichung im EU-Amtsblatt EU-Erstanwendung
IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ 17.12.2014 09.01.2015 01.02.2015
Verbesserungen der International Financial Reporting Standards (2010 bis 2012) 17.12.2014 09.01.2015 01.02.2015
Verbesserungen der International Financial Reporting Standards (2012 bis 2014) 15.12.2015 16.12.2015 01.01.2016
IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ 18.12.2014 19.12.2015 01.01.2016
IFRS 10 „Konzernabschlüsse“, IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen“ und IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen“ 22.09.2016 23.09.2016 01.01.2016
IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ 24.11.2015 25.11.2015 01.01.2016
IAS 16 „Sachanlagen“ und IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ 02.12.2015 03.12.2015 01.01.2016
IAS 16 „Sachanlagen“ und IAS 41 „Landwirtschaft“ 23.11.2015 24.11.2015 01.01.2016

Die Anpassung des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ fügt ein Wahlrecht in Bezug auf die Bilanzierung leistungsorientierter Pensionszusagen, an denen sich Arbeitnehmer (oder Dritte) durch verpflichtende Beiträge beteiligen, in den Standard ein.

Mit der Änderung des IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ soll der IFRS-Abschluss von unwesentlichen Informationen entlastet und somit das Konzept der Wesentlichkeit hervorgehoben werden. Außerdem regelt der Standard die Darstellung von zusätzlichen Zwischensummen in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung sowie die Darstellung des sonstigen Ergebnisses, das auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Auch die Struktur von Anhangangaben und die Darstellung der maßgeblichen Rechnungslegungsmethoden werden geregelt.

Der Änderungsstandard „Investmentgesellschaften – Anwendung der Konsolidierungsausnahme“ zu IFRS 10 „Konzernabschlüsse“, IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen“ und IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen“ stellt klar, dass die Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses auch für Mutterunternehmen gilt, die selbst Tochterunternehmen einer Investmentgesellschaft sind.

Die Änderung an IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ stellt klar, dass Erwerbe und Hinzuerwerbe von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 darstellen, nach den Prinzipien für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen des IFRS 3 und anderer anwendbarer IFRS zu bilanzieren sind, soweit diese nicht in Konflikt mit Regelungen des IFRS 11 stehen.

Mit der Änderung des IAS 16 „Sachanlagen“ und des IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ werden weitere Leitlinien zur Festlegung einer akzeptablen Abschreibungsmethode zur Verfügung gestellt. Umsatzbasierte Abschreibungsmethoden sind demnach für Sachanlagen nicht und für immaterielle Vermögenswerte lediglich in bestimmten Ausnahmefällen zulässig.

Mit den Änderungen an IAS 16 „Sachanlagen“ und IAS 41 „Landwirtschaft“ werden fruchttragende Pflanzen, die nicht länger deutlichen biologischen Änderungen unterworfen sind, analog zu Sachanlagen bilanziert.

Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

b) Veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften

Die folgenden Standards und Überarbeitungen von Standards sowie die neue Interpretation des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) waren noch nicht verpflichtend anzuwenden und werden im Geschäftsjahr 2016 nicht berücksichtigt:

IFRS-Verlautbarung Verabschiedung bzw. /Veröffentlichung Veröffentlichung im EU-Amtsblatt EU- Erstanwendung
IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen“ und IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ 11.09.2014 offen offen
IAS 12 „Ertragsteuern“ 19.01.2016 vorauss. Q2/2017 01.01.2017
IAS 7 „Kapitalflussrechnung“ 29.01.2016 vorauss. Q2/2017 01.01.2017
Verbesserungen der International Financial Reporting Standards (2014 bis 2016) 08.12.2016 vorauss. Q3/2017 01.01.2017 01.01.2018
IFRS 15 „Umsatzerlöse aus Kundenverträgen“ 11.09.2015 29.10.2016 01.01.2018
Klarstellungen zu IFRS 15 „Umsatzerlöse aus Kundenverträgen“ 12.04.2016 vorauss. Q1/2017 01.01.2018
IFRS 9 „Finanzinstrumente“ 24.07.2014 29.11.2016 01.01.2018
IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ 20.06.2016 vorauss. Q3/2017 01.01.2018
IFRS 4 „Versicherungsverträge“ 12.09.2016 vorauss. Q3/2017 01.01.2018
IFRIC 22 „Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen“ 08.12.2016 vorauss. Q3/2017 01.01.2018
IAS 40 „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ 08.12.2016 vorauss. Q3/2017 01.01.2018
IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ 13.01.2016 vorauss. Q4/2017 01.01.2019

Die Änderungen an IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen“ und IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ beheben eine Inkonsistenz zwischen den Vorschriften der genannten Standards bezüglich des Falls der Veräußerung von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen beziehungsweise der Einlage von Vermögenswerten in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen. Zukünftig ist der Gewinn und Verlust, der aus dem Verlust der Beherrschung über ein Tochterunternehmen entsteht, das in ein Gemeinschaftsunternehmen oder ein assoziiertes Unternehmen eingebracht wird, in voller Höhe beim Investor zu erfassen, wenn die Transaktion einen Geschäftsbetrieb (business) im Sinne des IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ betrifft. Bilden die Vermögenswerte dagegen keinen Geschäftsbetrieb, ist lediglich eine anteilige Erfolgserfassung zulässig.

Die Änderung an IAS 12 „Ertragsteuern“ stellt klar, dass Abwertungen auf einen niedrigeren Marktwert von Schuldinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, welche aus einer Veränderung des Marktzinsniveaus resultieren, zu abzugsfähigen temporären Differenzen führen. Außerdem wurden zur Klarstellung Regeln und Beispiele ergänzt, wie das künftige zu versteuernde Einkommen für die Bilanzierung aktiver latenter Steuern zu ermitteln ist.

Die Änderung an IAS 7 „Kapitalflussrechnung“ hat die Zielsetzung, den Abschluss um Informationen zu ergänzen, die dem Adressaten helfen, Veränderungen in den Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit des Unternehmens beurteilen zu können.

IFRS 15 „Umsatzerlöse aus Kundenverträgen“ gibt Prinzipien vor, auf deren Basis ein Unternehmen über Erlöse und Zahlungsströme aus Verträgen mit Kunden hinsichtlich der Art, des Betrags, des Zeitpunkts und der Unsicherheit informiert. Umsatzerlöse sind nicht mehr mit der Übertragung wesentlicher Chancen und Risiken zu realisieren, sondern künftig dann, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Die Regelungen und Definitionen des IFRS 15 ersetzen künftig sowohl die Inhalte des IAS 18 „Umsatzerlöse“ als auch die des IAS 11 „Fertigungsaufträge“. Die Übergangsvorschriften des IFRS 15 erlauben neben einer vollständig retrospektiven auch eine modifizierte retrospektive Erstanwendung. KSB hat im Jahr 2016 ein konzernweites Projekt zur Einführung des IFRS 15 aufgesetzt. Dieses beinhaltet auf Basis der drei Geschäftsmodelle Anlagenbau, Serienfertigung und Service eine Bestandsaufnahme der betroffenen Verträge in den einzelnen Konzerngesellschaften. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Vertragsanalysen entwickeln wir ein Fachkonzept für die Überleitung der Umsatzerfassung auf die neuen Regelungen des IFRS 15. Dabei werden auch die bestehenden IT-Prozesse und -Systeme hinsichtlich Anpassungsbedarf analysiert und die notwendigen Anpassungen umgesetzt sowie die Konzerngesellschaften im Umgang mit den neuen Vorgaben des IFRS 15 geschult.

KSB wird den Standard für das Geschäftsjahr 2018 nach heutigem Kenntnisstand im Rahmen der modifizierten retrospektiven Vorgehensweise erstmals anwenden, d. h. die Vergleichsperiode beinhaltet die nach den zuvor geltenden Standards bilanzierten Beträge. Die kumulierten Auswirkungen aus der Anwendung von IFRS 15 werden als Anpassung des Anfangsbestands des Eigenkapitals zum Zeitpunkt der Erstanwendung erfasst. Änderungen des Gesamtbetrags der für einen Kundenvertrag erfassten Umsatzerlöse erwarten wir derzeit nur in sehr begrenztem Umfang. Darüber hinaus wird sich für bestimmte Vertragsarten der zeitliche Anfall der Umsatzerlöse ändern, zum Beispiel werden Umsatzerlöse möglicherweise früher erfasst, falls es variable Vergütungskomponenten gibt oder eine Aufteilung des Transaktionspreises auf verschiedene Leistungsverpflichtungen erfolgt. Basierend auf den bisher durchgeführten Analysen ist zu erwarten, dass die weit überwiegende Anzahl von Fertigungsaufträgen, die derzeit nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert werden, die Voraussetzungen für eine zeitraumbezogene Realisierung von Umsatzerlösen auch weiterhin erfüllen. Daneben geht das Unternehmen von zusätzlichen quantitativen und qualitativen Anhangangaben aus. Wir erwarten nach heutigem Kenntnisstand keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss, der für 2016 Umsatzerlöse aus PoC in Höhe von 407 Mio. € sowie Forderungen aus der PoC-Bewertung in Höhe von 76 Mio. € enthält.

IFRS 9 „Finanzinstrumente“ enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten und ersetzt künftig IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“. Finanzielle Vermögenswerte werden auf Basis ihrer vertraglichen Zahlungsströme und des Geschäftsmodells, nach dem sie gesteuert werden, zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei der Erfassung von Wertminderungen stellt IFRS 9 im Gegensatz zu den bisherigen Regelungen nicht auf bereits eingetretene, sondern auf erwartete Verluste ab, um eine angemessene Risikovorsorge sicherzustellen. Außerdem wird die Abbildung bilanzieller Sicherungsbeziehungen neu geregelt, um die Darstellung der Risikomanagementaktivitäten eines Unternehmens zu verbessern. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards haben wird. Aktuell gehen wir aber nicht davon aus, dass die Effekte auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage wesentlich sein werden, allerdings wird es zu einer Ausweitung bei den Anhangangaben kommen. Bei den neuen Vorschriften zur Klassifizierung werden sich lediglich andere Zuordnungen der Positionen der finanziellen Vermögenswerte ergeben. Die Umstellung bei der Ermittlung des Wertminderungsbedarfs finanzieller Vermögenswerte führt nach jetziger Einschätzung ebenfalls nicht zu materiellen Änderungen. Bereits jetzt überwacht der Konzern alle Forderungen genauestens, verlangt zur Risikominimierung wo immer möglich erhaltene Anzahlungen und handelt auf Basis strikter Vorgaben bei Zahlungsverzug. Demzufolge dürften sich nur dann bedeutende Auswirkungen ergeben, wenn es bei unseren aktuellen Kunden zu bisher nicht bekannten massiven Zahlungsschwierigkeiten kommen wird. Hierfür haben wir aktuell keine Indikation. Hinsichtlich Änderung der Bewertung der finanziellen Schulden sind ebenfalls keine signifikanten Anpassungen zu erwarten, da diese momentan vollumfänglich zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Inwieweit wir die Neuerungen beim Hedge-Accounting anwenden, prüfen wir im laufenden Geschäftsjahr auch unter Kosten-Nutzen Aspekten.

Die Änderungen an IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ betreffen die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich. Es sind Vorschriften enthalten, die die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von aus anteilsbasierten Vergütungen resultierenden Verpflichtungen betreffen.

Die Änderungen an IFRS 4 „Versicherungsverträge“ sollen die Auswirkungen aus den unterschiedlichen Erstanwendungszeitpunkten von IFRS 9 „Finanzinstrumente“ und dem Nachfolgestandard zu IFRS 4 verringern, vor allem für Unternehmen mit umfangreichen Versicherungsaktivitäten.

Mit IFRIC 22 „Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen“ wird klargestellt, welcher Wechselkurs für die Umrechnung von Transaktionen in Fremdwährungen bei der erstmaligen Erfassung zu verwenden ist, die erhaltene oder geleistete Anzahlungen beinhalten.

IAS 40 „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ wurde geändert, um klarzustellen, dass ein Unternehmen eine Immobilie nur dann in oder aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien übertragen kann, wenn es Belege für eine Nutzungsänderung gibt.

IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ regelt die neuen Vorgaben zu Ansatz, Bewertung, Ausweis sowie Angabepflichten bezüglich Leasingverhältnissen. Künftig entfällt für den Leasingnehmer die Klassifizierung in operative Leasingverhältnisse und Finanzierungs-Leasingverhältnisse. Gemäß IFRS 16 sind grundsätzlich sämtliche Leasingverhältnisse bilanziell in Form eines Nutzungsrechts und einer korrespondierenden Leasingverpflichtung zu erfassen. Diese sind in separaten Bilanzpositionen im Anlagevermögen bzw. in den Verbindlichkeiten auszuweisen, alternativ kann eine Beschreibung im Anhang erfolgen.

Für den Leasingnehmer sieht der neue Standard diverse Wahlrechte vor. So besteht für Leasingverhältnisse mit einer Leasingdauer von weniger als 12 Monaten sowie für geringwertige Vermögenswerte ein Aktivierungswahlrecht. Bei Inanspruchnahme dieses Wahlrechts wird der Leasingvertrag vergleichbar zu den bislang geltenden Regelungen des IAS 17 für operative Leasingverhältnisse bilanziert. Eine weitere Vereinfachung stellt die Möglichkeit dar, die neuen Vorschriften auf ein Portfolio von Leasingverhältnissen anzuwenden, sofern der hieraus resultierende Effekt im Vergleich zur Einzelbetrachtung keine wesentliche Veränderung darstellt.

Im Anhang sind künftig umfangreiche qualitative und quantitative Angaben vorzunehmen.

Im KSB Konzern wird nach heutigem Kenntnisstand die Erstanwendung des IFRS 16 modifiziert retrospektiv durch die Erfassung des kumulativen Effekts aus der Erstanwendung im Eigenkapital erfolgen. Nach diesem Schema fallen lediglich diejenigen bestehenden Verträge in den Anwendungsbereich des IFRS 16, die bereits gemäß IAS 17 als Leasing klassifiziert wurden. Übrige bestehende Verträge sind nicht daraufhin zu prüfen, ob sie gemäß der geänderten Definitionen in IFRS 16 unter den neuen Standard fallen würden. Für den Konzern bedeutet dies, dass Vermögenswerte und Schulden für bislang bestehende operative Leasingverhältnisse erfasst werden müssen. Es sind die abgezinsten Restleasingraten als Leasingverbindlichkeit anzusetzen. Das Nutzungsrecht kann wahlweise mit dem Betrag angesetzt werden, der sich bei Anwendung des Standards zu Beginn des Leasingverhältnisses ergeben hätte, oder vereinfachend in Höhe der Verbindlichkeit (angepasst um Zahlungen vor Beginn des Leasings).

Informationen zu den aktuell im Konzern existierenden Leasingverhältnissen sind in Kapitel  „IX. Sonstige Angaben“ dieses Konzernanhangs enthalten. Nach heutigem Kenntnisstand werden wir die Wahlrechte bei Leasingverhältnissen mit einer Leasingdauer von weniger als 12 Monaten sowie für geringwertige Vermögenswerte so ausüben, dass wir diese Leasingverträge vergleichbar zu den bislang geltenden Regelungen des IAS 17 für operative Leasingverhältnisse bilanzieren. Demzufolge erwarten wir eine Bilanzverlängerung, die allerdings nicht dem vollen Umfang der in Kapitel „IX. Sonstige Angaben“ dargestellten Volumina der operativen Leasingverhältnisse entsprechen wird. Außerdem wird sich eine Änderung in der Gewinn- und Verlustrechnung ergeben, da die aktuell in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesenen Leasingraten für operative Leasingverhältnisse künftig teilweise durch einen Abschreibungsaufwand für Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen für Schulden aus den Leasingverhältnissen ersetzt werden. Die Bilanzierung bestehender Finanzierungsleasingverhältnisse wird durch den neuen Standard nicht berührt.

Um die Auswirkungen dieser Änderungen auf den KSB Konzern genauer zu verifizieren haben wir bereits einen entsprechenden Projektplan erstellt. Im ersten Halbjahr 2017 werden wir eine detaillierte Betroffenheitsanalyse auf Basis der relevanten Verträge für das Mutterunternehmen KSB AG durchführen und dabei auch die Notwendigkeit von Prozessanpassungen oder IT-Systemanpassungen prüfen. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend erweitern wir die Betroffenheitsanalyse. Hierzu wird ein Fragenkatalog zu IFRS 16 erstellt, der von jeder Konzerngesellschaft auszufüllen ist. Nachdem der Rücklauf analysiert ist, werden notwendige Systemanpassungen initiiert und entsprechende Änderungen des Meldepackages und der Bilanzierungsanweisungen vorgenommen. Diese Schritte sind bis Ende 2017 terminiert. Erst dann kann eine detaillierte abschließende Beurteilung der Auswirkungen aus der Erstanwendung des IFRS 16 erfolgen.

Grundsätzlich verzichten wir auf eine freiwillige vorzeitige Anwendung der zuvor genannten neuen oder geänderten Standards oder der Interpretation. Wir erwarten hieraus keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Für die Standards IFRS 9 „Finanzinstrumente“, IFRS 15 „Umsatzerlöse aus Kundenverträgen“ und IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ verweisen wir auf die Ausführungen in den vorhergehenden Abschnitten.

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