III. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze


Anschaffungs- und Herstellungskosten

Anschaffungskosten beinhalten neben dem Anschaffungspreis auch Nebenkosten (sofern es sich nicht um einen Unternehmenserwerb handelt) und nachträgliche Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen setzen wir ab.

Die Herstellungskosten enthalten neben den Material- und Fertigungskosten die fertigungsbezogenen Verwaltungskosten. Allgemeine Verwaltungskosten und Vertriebskosten werden nicht aktiviert.

Fremdkapitalkosten im Sinne des IAS 23, die direkt dem Erwerb oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, werden ab 2009 aktiviert. Wie im Vorjahr sind im Geschäftsjahr keine derartigen Fremdkapitalkosten angefallen.

Beizulegender Zeitwert

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, den unabhängige Marktteilnehmer unter marktüblichen Bedingungen zum Bewertungsstichtag bei Verkauf eines Vermögenswertes vereinnahmen oder bei Übertragung einer Verbindlichkeit zahlen würden. Dies gilt unabhängig davon, ob der Preis direkt beobachtbar oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode geschätzt worden ist.

Hinsichtlich der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte hat der KSB Konzern ein Kontrollrahmenkonzept festgelegt. Dazu gehört ein Bewertungsteam, das die allgemeine Verantwortung für die Überwachung aller wesentlichen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert trägt und wesentliche Sachverhalte direkt an das Management und gegebenenfalls dem Prüfungsausschuss berichtet. Bei der Wertermittlung orientieren wir uns, wo immer möglich, an Einschätzungen der Marktteilnehmer oder daraus abgeleiteten Einschätzungen. In einem ersten Schritt prüfen wir regelmäßig, inwieweit aktuelle Preise auf aktiven Märkten für eine identische Transaktion vorliegen. Sollten keine notierten Marktpreise verfügbar sein, nutzen wir bevorzugt den marktbasierten Ansatz (Ableitung des Zeitwertes aus Markt- oder Transaktionspreisen vergleichbarer Vermögenswerte, zum Beispiel Multiplikatoren) oder den einkommensbasierten Ansatz (Ermittlung des Zeitwertes als Zukunftswert über die Diskontierung zukünftiger Zahlungsmittelüberschüsse).

Basierend auf den in den Bewertungsverfahren verwendeten Inputfaktoren werden beizulegende Zeitwerte in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet.

  • Stufe 1:
    Notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden
  • Stufe 2:
    Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt als Preis oder indirekt als Ableitung von Preisen beobachten lassen
  • Stufe 3:
    Bewertungsparameter für Vermögenswerte oder Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen

Sofern Inputfaktoren unterschiedlicher Stufen in die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert einfließen, ist die Bewertung in ihrer Gesamtheit derjenigen Stufe zuzuordnen, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie erfassen wir zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Im Berichtsjahr gab es keine Umgruppierungen.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden setzen wir in der Konzernbilanz an, wenn KSB Vertragspartei eines Finanzinstruments wird. Sobald die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus finanziellen Vermögenswerten auslaufen, werden diese ausgebucht. Finanzielle Verbindlichkeiten buchen wir dann aus, sobald die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, ausgelaufen oder aufgehoben sind. Grundsätzlich bilanzieren wir Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten, die zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen werden, mit dem Wert zum Erfüllungstag, lediglich derivative Finanzinstrumente werden mit dem Wert zum Handelstag bilanziert. Dies betrifft die originären Finanzinstrumente wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzforderungen als auch Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzschulden (jeweils gegenüber fremden Dritten sowie gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungen).

a) Originäre Finanzinstrumente

Im KSB Konzern werden originäre Finanzinstrumente als finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden folgenden Kategorien zugeordnet:

  • Loans and Receivables (LaR) – Kredite und Forderungen
    Ausleihungen und finanzielle Vermögenswerte, die nicht an einem aktiven Markt notieren
  • Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC) – Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet werden. Verbindlichkeiten, die nicht an aktiven Märkten notieren, wie beispielsweise Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Available-for-Sale (AfS) – Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
    Finanzielle Vermögenswerte, die keine derivativen Finanzinstrumente sind und keiner der anderen Bewertungskategorien zugeordnet werden, wie Anteile an nicht konsolidierten Tochtergesellschaften oder Wertpapiere

Der Kategorie „bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen“ ist kein Finanzinstrument zugeordnet.

Bei der erstmaligen Erfassung der Finanzinstrumente bilanzieren wir zum beizulegenden Zeitwert, bei LaR und FLAC unter Berücksichtigung der Transaktionskosten. Die Folgebewertung basiert für die Kategorie AfS auf dem beizulegenden Zeitwert, bei den Kategorien LaR und FLAC zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei Krediten und Forderungen wird die Folgebewertung stets zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode durchgeführt. Beizulegende Zeitwerte der Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens resultieren aus auf aktiven Märkten notierten Preisen am Bilanzstichtag.

Originäre Finanzinstrumente der Kategorie „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ werden erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis erfasst und als „Marktwertänderung von Finanzinstrumenten“ im Eigenkapital ausgewiesen. Eine Realisierung innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt bei Veräußerung oder bei nicht nur vorübergehender Wertminderung (Impairment). Bei Ausbuchung des Vermögenswerts erfolgt eine Umgliederung des kumulierten Sonstigen Ergebnisses in die Gewinn- und Verlustrechnung.

Umklassifizierungen zwischen den einzelnen Bewertungskategorien haben wir – wie im Vorjahr – nicht vorgenommen.

Von der Fair Value Option machen wir aktuell keinen Gebrauch.

b) Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente setzen wir ausschließlich zu Sicherungszwecken ein. Hierbei sichern wir sowohl zukünftige Zahlungsströme als auch bereits bilanzierte Grundgeschäfte gegen Währungs- und Zinsänderungsrisiken (Cashflow-Hedges). Bei den eingesetzten Sicherungsinstrumenten handelt es sich ausschließlich um Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen und Zinsderivate von bonitätsmäßig einwandfreien Banken. Währungsrisiken sichern wir überwiegend bei Transaktionen in US-Dollar (USD). Zinsänderungsrisiken werden bei langfristigen, variabel verzinslichen Kreditaufnahmen minimiert. Eine Konzernrichtlinie regelt den Einsatz dieser Instrumente. Weiterhin unterliegen diese Geschäfte einer ständigen Risikokontrolle.

Liegt ein Cashflow-Hedge vor, werden die Marktwertänderungen der effektiven Teile der Währungsderivate im Sonstigen Ergebnis erfasst und als „Marktwertänderung von Finanzinstrumenten“ im Eigenkapital so lange ausgewiesen, bis das dazugehörige Grundgeschäft erfolgswirksam wird.

Marktwertänderungen von Zinsderivaten zur Absicherung der Zinsänderungsrisiken von Verbindlichkeiten werden im Sonstigen Ergebnis erfasst und als „Marktwertänderung von Finanzinstrumenten“ im Eigenkapital ausgewiesen.

Die Bilanzansätze entsprechen dem beizulegenden Zeitwert und werden auf Basis von Inputfaktoren ermittelt, die sich entweder direkt (als Preis) oder indirekt (in Ableitung von Preisen) ergeben. Diese können positiv oder negativ sein. Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen dem Betrag, den wir bei Beendigung des Finanzinstruments zum Abschlussstichtag erhalten würden oder zahlen müssten. Dieser Betrag wird unter Anwendung der zum Abschlussstichtag relevanten Wechselkurse, Zinssätze und Bonitäten der Vertragspartner ermittelt. Unsere Informationen beziehen wir ausschließlich von anerkannten externen Quellen.

Der Ausweis der Devisentermingeschäfte und Zinsswaps erfolgt in den Sonstigen finanziellen Vermögenswerten sowie in den Sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten.

Die Laufzeiten der verwendeten Währungsderivate liegen wie im Vorjahr größtenteils bei ein bis zwei Jahren, die der Zinsderivate bei einem Jahr. Hierbei sind die Laufzeiten der Sicherungsinstrumente auf den Eintritt der künftigen Transaktionen abgestimmt. Nahezu alle abgesicherten künftigen Transaktionen fanden im Berichtsjahr wie geplant statt.

Immaterielle Vermögenswerte

Die Immateriellen Vermögenswerte sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position „Abschreibungen auf Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“ ausgewiesen. Die zugrunde gelegte wirtschaftliche Nutzungsdauer der Immateriellen Vermögenswerte – außer der Geschäfts- und Firmenwerte (unbestimmte Nutzungsdauer) – beträgt zwei bis fünf Jahre. Besteht eine in früheren Perioden festgestellte Wertminderung nicht mehr, wird eine Zuschreibung bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen.

Unsere Werthaltigkeitsprüfung für die Geschäfts- oder Firmenwerte führen wir einmal jährlich durch. Diese bezieht sich auf sogenannte zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs), die bei KSB grundsätzlich den rechtlichen Einheiten entsprechen. Fallweise ist die Basis auch eine Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, sofern diese die unterste Ebene darstellt, auf der wir Geschäfts- oder Firmenwerte überwachen. Liegt der erzielbare Betrag – der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Fair Value less Cost to Sell) und Nutzungswert (Value in Use) – unter dem Buchwert der CGU, ist der Geschäfts- oder Firmenwert – und, falls erforderlich, weitere Vermögenswerte – in Höhe des Differenzbetrages im Wert zu mindern. Die Aufholung eines in früheren Perioden festgestellten Wertminderungsaufwands ist hier nicht zulässig. Daneben wird auch dann immer eine Überprüfung der Werthaltigkeit vorgenommen, wenn Ereignisse oder Umstände („triggering event“) darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte.

Zur Ermittlung des erzielbaren Betrags (Nutzungswert) verwenden wir das Discounted Cashflow-Verfahren. Die angesetzten künftigen Ergebnisse (EBIT nach IFRS) haben wir einer Mehrjahresfinanzplanung (grundsätzlich maximal fünf Jahre) entnommen, deren Basis im Dezember unter Berücksichtigung der vom Management genehmigten mittelfristigen Ausrichtung für die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit verabschiedet wurde. Diese Planung führten wir mit Prämissen durch, zu deren Festlegung wir uns sowohl der Prognosen externer Quellen, beispielsweise aktuelle Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)-Veröffentlichungen, als auch unserer erfahrungsbedingten eigenen Kenntnisse der Märkte und Wettbewerber bedienten. Dabei schreiben wir das Ergebnis des letzten Planjahres in die Zukunft als ewige Rente fort, weil wir das letzte Planjahr als für die Zukunft nachhaltig erreichbar einstufen. Wachstumsraten leiten wir unter der Berücksichtigung der Inflationsrate sowie Einschätzungen hinsichtlich der regionalen und segmentspezifischen Gegebenheiten ab.

Wird der erzielbare Betrag als beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt, setzen wir basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit maximal 2 % des jeweiligen beizulegenden Zeitwertes als Veräußerungskosten an. Hinsichtlich der Wertermittlung orientieren wir uns, wo immer möglich, an Einschätzungen der Marktteilnehmer (Stufe 1) oder daraus abgeleiteten Einschätzungen (Stufe 2). Sofern keine Markteinschätzungen vorliegen, greifen wir auf erfahrungsbedingte Annahmen des Managements zurück (Stufe 3). In einem ersten Schritt prüfen wir, inwieweit aktuelle Preise auf aktiven Märkten für eine identische Transaktion vorliegen. Sollten keine notierten Marktpreise verfügbar sein, nutzen wir bevorzugt den marktbasierten Ansatz (Ableitung des Zeitwertes aus Markt- oder Transaktionspreisen vergleichbarer Vermögenswerte, zum Beispiel Multiplikatoren) oder den einkommensbasierten Ansatz (Ermittlung des Zeitwertes als Zukunftswert über die Diskontierung zukünftiger Zahlungsmittelüberschüsse).

Beim Erwerb von Unternehmen führen wir Kaufpreisallokationen durch. Dabei bestimmen wir die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden. Neben den beim Verkäufer bereits bilanzierten Vermögenswerten und Schulden würdigen wir auch marketingbezogene Sachverhalte (im Wesentlichen Marken und Wettbewerbsverbote), kundenbezogene Sachverhalte (im Wesentlichen Kundenlisten, Kundenbeziehungen und Auftragsbestand), vertragsbezogene Sachverhalte (im Wesentlichen besonders vorteilhafte Dienst-, Werk-, Einkaufs- und Arbeitsverträge) sowie technologiebezogene Sachverhalte (im Wesentlichen Patente, Know-how und Datenbanken). Für die Wertfindung bedienen wir uns hierbei vor allem der Residualwertmethode, der Mehrgewinnmethode sowie kostenorientierten Verfahren.

Entwicklungskosten werden als selbsterstellte Immaterielle Vermögenswerte mit den Herstellungskosten aktiviert, sofern die in IAS 38 beschriebenen Voraussetzungen erfüllt sind und ab dem Zeitpunkt der Aktivierung planmäßig linear abgeschrieben. Forschungskosten werden nicht aktiviert. Können Forschungs- und Entwicklungskosten innerhalb eines Projektes nicht zuverlässig voneinander getrennt werden, wird von einer Aktivierung abgesehen.

Sachanlagen

Sachanlagen sind gemäß IAS 16 zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen auf Basis der wirtschaftlichen Nutzungsdauer, bewertet. Sofern der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes unter dessen Buchwert liegt, erfolgt eine Wertminderung. Liegen Gründe für eine in früheren Perioden erfasste Wertminderung nicht mehr vor, wird eine Zuschreibung bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden, soweit sie Sachanlagevermögen betreffen, in einen passivischen Ausgleichsposten eingestellt. Dieser wird planmäßig über einen definierten Nutzungszeitraum aufgelöst. Bei den aktuell bilanzierten Zuwendungen, bei denen Haltefristen zu wahren sind, gehen wir von einer Erfüllung dieser Fristen aus.

Instandhaltungsaufwendungen sind als Aufwand der Periode erfasst, sofern sie nicht zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögenswertes führen.

Folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern werden angesetzt:

NUTZUNgSDAUERn SACHANLAGEN
Gebäude 10 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 25 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 25 Jahre

Leasing

Ein Leasingverhältnis wird in IAS 17 als eine Vereinbarung definiert, bei der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen Zahlung das Recht auf Nutzung eines Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum überträgt. Leasingtransaktionen, bei denen ein wesentlicher Anteil der Risiken und Chancen an den Leasingnehmer übergehen, werden als Finanzierungs-Leasing klassifiziert. Ansonsten sind diese Transaktionen als operative Leasingverhältnisse zu klassifizieren.

Zu zahlende Leasingraten aus operativem Leasing werden als Aufwand der Periode, in der sie anfallen, verbucht. Bei Finanzierungs-Leasingverhältnissen wird der Vermögenswert zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert. In gleicher Höhe erfolgt eine Passivierung der Leasingverbindlichkeit. Der Vermögenswert wird planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben.

Finanzielle Vermögenswerte

Verzinsliche Ausleihungen sowie Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Wertpapiere sind mit dem beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag ausgewiesen.

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen sind Unternehmen, bei denen die Parteien die gemeinsame Beherrschung ausüben (Gemeinschaftsunternehmen) oder die Möglichkeit besteht, einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- oder Finanzpolitik auszuüben (assoziierte Unternehmen); dies ist üblicherweise bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % bis 50 % gegeben. Sie werden zum Erwerbszeitpunkt zu Anschaffungskosten aktiviert. Übersteigen diese Anschaffungskosten den Anteil am Nettovermögen, ergeben sich Anpassungen auf Basis des beizulegenden Zeitwertes (anteilige stille Reserven und Lasten). Der verbleibende Betrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst. Er ist Bestandteil des Buchwerts des Gemeinschaftsunternehmens oder des assoziierten Unternehmens und wird nicht planmäßig abgeschrieben. In der Folgebewertung werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen des Gemeinschaftsunternehmens beziehungsweise des assoziierten Unternehmens erhöht oder vermindert. Sofern die lokalen Rechnungslegungsvorschriften von den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden abweichen, nehmen wir entsprechende Anpassungen vor. Ergebnisanteile werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in einer separaten Position (Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen) erfasst, erfolgsneutrale Veränderungen wie beispielsweise Währungsumrechnungseffekte im Konzern-Eigenkapital. Sofern die dem KSB Konzern zuzurechnenden Verluste dem Buchwert des Unternehmens entsprechen oder diesen übersteigen, werden diese nicht erfasst, es sei denn, KSB ist Verpflichtungen eingegangen oder hat Zahlungen für das Unternehmen geleistet. Zwischengewinne und -verluste aus Transaktionen zwischen Konzerngesellschaften und den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden erfolgswirksam gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Zu jedem Bilanzstichtag überprüfen wir, ob objektive Hinweise auf Wertminderungen vorliegen. Ist dies der Fall, wird der Wertberichtigungsbedarf ermittelt. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag einer Beteiligung, wird der Buchwert auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Eine Wertminderung oder Wertaufholung wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

Vorräte

Die Vorräte sind gemäß IAS 2 mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert zum Bilanzstichtag angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt mittels der gewogenen Durchschnittsmethode. Den Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder eingeschränkter Verwertbarkeit ergeben, tragen wir durch Abwertungen auf den Nettoveräußerungswert Rechnung. Dies gilt auch, wenn die Verkaufserlöse die Herstellungskosten zuzüglich noch anfallender Kosten nicht decken. Liegt eine in früheren Perioden festgestellte Wertminderung nicht mehr vor, erfolgt eine Wertaufholung.

Die geleisteten Anzahlungen auf Vorräte werden aufgrund des sachlichen Bezugs und der erwarteten Realisierung dieser Anzahlungen (durch Umwandlung in Vorräte) innerhalb des normalen Geschäftszyklus ebenfalls hier ausgewiesen. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen weisen wir als kurzfristige Verbindlichkeiten aus.

Fertigungsaufträge nach IAS 11

Für Fertigungsaufträge, die unter die Definition des IAS 11 fallen, wenden wir die Percentage-of-Completion-Methode (PoC) dem Leistungsfortschritt entsprechend an. Danach ist ein Fertigungsauftrag ein Vertrag über die kundenspezifische Fertigung einzelner Gegenstände oder einer Anzahl von Gegenständen, die hinsichtlich Design, Technologie und Funktion oder hinsichtlich ihrer Verwendung aufeinander abgestimmt oder voneinander abhängig sind. Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich geschätzt werden kann, erfassen wir die Erlöse nach der Methode der Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad. Der Fertigstellungsgrad ermittelt sich aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den am Stichtag geschätzten gesamten Auftragskosten. Auftragserlöse sind die vertraglich vereinbarten Erlöse und darüber hinaus erhobene Nachforderungen und Prämien, sofern diese jeweils wahrscheinlich zu Erlösen führen und verlässlich ermittelbar sind. Die Auftragserlöse können, beispielsweise aufgrund von Preisgleitklauseln, Nachverhandlungen oder Vertragsstrafen, von Periode zu Periode variieren. Die Bewertung erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert. Sofern das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich geschätzt werden kann, werden Erlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst, die wahrscheinlich gedeckt werden können, und die Auftragskosten in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst.

Der Ausweis der anteiligen vertraglich fixierten Auftragserlöse abzüglich der darauf entfallenden erhaltenen Anzahlungen erfolgt – je nach Saldo – in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und PoC oder innerhalb der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Der Periodeneffekt ist in der Gewinn- und Verlustrechnung Bestandteil der Umsatzerlöse.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Niedrig verzinsliche oder unverzinsliche Forderungen werden abgezinst. Darüber hinaus berücksichtigen wir mittels Wertberichtigungskonten erkennbare Risiken durch Einzelwertberichtigungen. Nicht einzelwertberichtigte Forderungen werden nach Überfälligkeit in Risikoklassen unterteilt und mithilfe von historischen Ausfallraten auf Portfoliobasis wertberichtigt. Liegt eine in früheren Perioden festgestellte Wertminderung nicht mehr vor, erfolgt eine Zuschreibung.

Das Ausfallrisiko unserer Forderungen sichern wir zum Teil ab (nähere Ausführungen befinden sich im Kapitel „Finanzwirtschaftliche Risiken – Kreditrisiko“).

Die hier enthaltenen Rechnungsabgrenzungen sind Abgrenzungen für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, welche erst nach dem Bilanzstichtag Aufwand darstellen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel (Barmittel und Sichteinlagen) und Zahlungsmitteläquivalente (kurzfristige, hochliquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen) werden mit fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Es muss davon ausgegangen werden, dass der Veräußerungsvorgang innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein wird. Hat sich der Konzern zu einer Veräußerung verpflichtet, die mit einem Verlust der Beherrschung über ein Tochterunternehmen einhergeht, werden sämtliche Vermögenswerte und Schulden dieses Tochterunternehmens als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, sofern die genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Die Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen der als zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.

Latente Steuern

Latente Steuern ermitteln wir gemäß IAS 12 nach der bilanzorientierten Verbindlichkeits-Methode (Liability-Methode) auf Basis der jeweils gültigen oder für die Zukunft beschlossenen individuellen Landessteuersätze. Somit entstehen latente Steuern grundsätzlich dann, wenn sich steuerliche Wertansätze von solchen nach IFRS unterscheiden und dies zu künftigen steuerlichen Be- oder Entlastungen führt. Weiterhin aktivieren wir latente Steueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen, sofern es hinreichend wahrscheinlich ist, dass sich diese Verlustvorträge zeitnah nutzen lassen. Zusätzlich werden latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen berücksichtigt. Latente Steuern werden nicht abgezinst. Eine Saldierung von Aktiven und Passiven latenten Steuern wird immer dann vorgenommen, wenn diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen. Veränderungen der latenten Steuern in der Konzernbilanz führen grundsätzlich zu latentem Steueraufwand beziehungsweise -ertrag. Wird ein Sachverhalt allerdings direkt im Sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen, so wird auch die Veränderung der latenten Steuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.

Rückstellungen

a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gemäß IAS 19 werden auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Sie basieren auf leistungsorientierten Altersversorgungssystemen. Die Bewertung erfolgt mittels des Verfahrens der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Methode).

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden direkt im Sonstigen Ergebnis erfasst und in der Position „Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne“ im Eigenkapital ausgewiesen. Die versicherungsmathematischen demografischen Annahmen sowie die Festlegung des Rechnungszinses (abgeleitet aus erstrangigen, festverzinslichen Industrieanleihen) und anderer Bewertungsparameter (zum Beispiel Einkommens- und Rententrends) erfolgen auf Basis bestmöglicher Schätzung.

Die Nettozinsen ergeben sich aus der Multiplikation des Rechnungszinses mit der Nettoschuld (Pensionsverpflichtung abzüglich Planvermögen) oder dem Nettovermögenswert, der sich ergibt, sofern das Planvermögen die Pensionsverpflichtung übersteigt.

Die leistungsorientierten Kosten beinhalten den Dienstzeitaufwand, der im Personalaufwand unter Aufwendungen für Altersversorgung enthalten ist, sowie den Nettozinsaufwand oder -ertrag auf die Nettoschuld oder den Nettoveräußerungswert, der im Finanzergebnis unter Zinsen und ähnliche Aufwendungen oder unter Zinsen und ähnliche Erträge erfasst wird.

KSB-Gesellschaften, die beitragsorientierte Altersversorgungssysteme nutzen, bilden keine Rückstellungen. Hier wird die Prämienzahlung unmittelbar als Aufwand für Altersversorgung im Personalaufwand der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Diese Gesellschaften haben außer der Verpflichtung zur Prämienzahlung keine weiteren Verpflichtungen, somit verbleibt das versicherungstechnische Risiko bei den Versicherungsnehmern.

b) Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn aus einem in der Vergangenheit eingetretenen Ereignis eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Außenverpflichtung entstanden ist, der sich das Unternehmen nicht entziehen kann, und zur Erfüllung dieser Verpflichtung der Abfluss von Ressourcen wahrscheinlich ist sowie die Höhe dieser Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann. Die Höhe der Rückstellung entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag. Sofern annähernd sichere Rückgriffs- oder Erstattungsansprüche bestehen, bilanzieren wir diese als separaten Vermögenswert.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden nur dann gebildet, sofern die in IAS 37 genannten Kriterien erfüllt sind.

Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, sofern dies von wesentlicher Bedeutung ist.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert.

Eventualschulden (Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen)

Die nicht bilanzierten Eventualschulden sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren mögliches Eintreten erst durch zukünftige ungewisse Ereignisse bestimmt wird. Ferner kann es sich um gegenwärtige Verpflichtungen aus Ereignissen der Vergangenheit handeln, bei denen ein Ressourcenabfluss möglich, aber nicht wahrscheinlich ist.

Die Eventualschulden entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang.

Erträge und Aufwendungen

Umsatzerlöse umfassen die an Kunden berechneten Entgelte für Lieferungen und Leistungen. Dies betrifft einerseits Erlöse aus dem Verkauf von Gütern und Handelswaren aus Herstellung, Vertrieb und Handel von Maschinen, Anlagen und anderen industriellen Erzeugnissen, insbesondere von Pumpen und Armaturen. Daneben werden Umsätze aus Servicedienstleistungen sowie Lizenzerträge periodengerecht in Übereinstimmung mit dem wirtschaftlichen Gehalt des zugrunde liegenden Vertrags innerhalb der Umsatzerlöse ausgewiesen. Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt gemäß IAS 18, sobald die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Käufer übertragen wurden, also grundsätzlich dann, wenn die Waren oder Erzeugnisse geliefert beziehungsweise die Leistungen erbracht worden sind und somit der Gefahrenübergang an den Kunden stattgefunden hat. Zum Zeitpunkt der Erlösrealisierung muss der Erhalt der Gegenleistung wahrscheinlich und die Höhe der Umsatzerlöse verlässlich bestimmbar sein sowie die zugehörigen Kosten und mögliche Warenrücknahmen verlässlich geschätzt werden können. Grundsätzlich realisieren wir Umsatzerlöse aus der Lieferung von Standardprodukten bei Übergabe an den Spediteur. Bei einigen internationalen Warenlieferungen vollzieht sich der Gefahrenübergang vertragsgemäß erst beim Verladen der Güter auf ein Frachtschiff im Hafen oder bei Übergabe an den Kunden im Bestimmungsland. Dann wird die Umsatzrealisierung auf Grundlage der jeweils vertraglich vereinbarten INCOTERMS vorgenommen. Bei bestimmten Lieferungen und Leistungen ist für die Realisation der Umsatzerlöse darüber hinaus eine Abnahmeerklärung durch den Kunden notwendig.

In Einzelfällen und unter engen Voraussetzungen erfolgt eine Umsatzrealisierung bereits vor Übergabe der Ware (sogenannte Bill-and-hold-Vereinbarungen).

Bei kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden Umsätze nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) erfasst. Hier wenden wir die sogenannte Cost-to-cost-Methode an, nach der die zu Beginn des Kundenauftrags bestimmten Erlöse den geschätzten Kosten gegenüber gestellt werden und der Umsatz einer Periode sich nach dem anhand der angefallenen Kosten bemessenen Leistungsfortschritt ermittelt; siehe hierzu im Einzelnen die Erläuterungen zu „Fertigungsaufträge nach IAS 11“.

Erlösschmälerungen mindern die Umsatzerlöse.

Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind.

Dividendenerträge aus Beteiligungen werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung vereinnahmt.

Betriebliche Aufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls oder mit Inanspruchnahme der Leistung ergebniswirksam.

Ertragsteuern werden gemäß den steuerrechtlichen Bestimmungen der Länder, in denen der Konzern tätig ist, ermittelt. Latente Steuern werden anhand der dort jeweils gültigen oder für die Zukunft beschlossenen Ertragsteuersätze ermittelt.

Einschätzungen und Annahmen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, müssen Einschätzungen und Annahmen mit Auswirkungen auf die anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze getroffen werden. Im Rahmen der Umsetzung dieser Rechnungslegungsgrundsätze beeinflussen Einschätzungen und Annahmen die im Konzernabschluss ausgewiesenen Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie deren Darstellung. Diese Einschätzungen und Annahmen beruhen auf Erkenntnissen der Vergangenheit und verschiedenen sonstigen Faktoren, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden. Die tatsächlichen Werte können von diesen Einschätzungen und Annahmen abweichen. Wir prüfen laufend die getroffenen Einschätzungen und Annahmen. Liegen neue Informationen und zusätzliche Erkenntnisse vor, erfolgen Anpassungen an die neuen Gegebenheiten. Werden Einschätzungen oder Annahmen geändert und ergeben sich hieraus wesentliche Abweichungen, werden diese gesondert erläutert.

Wertminderungsprüfungen der Geschäfts- oder Firmenwerte, die mindestens einmal jährlich erfolgen, erfordern die Schätzung der erzielbaren Beträge der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit (CGU). Diese entsprechen dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Das auf Basis dieser Schätzungen prognostizierte Ergebnis wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, beispielsweise sind dies Währungskursschwankungen, der Integrationsfortschritt in den Konzern oder die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung dieser Einheiten. Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages herangezogenen Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen.

Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Vermögenswerte sind ebenfalls Einschätzungen und Annahmen vorzunehmen. Für die einzelnen Vermögenswerte ist zu verifizieren, inwieweit Anhaltspunkte für eine Abwertung vorliegen. Bei der Bestimmung des erzielbaren Betrages von Sachanlagen ist beispielsweise die Ansetzung der relevanten Nutzungsdauer mit Unsicherheiten behaftet. Für die Bewertung zweifelhafter Forderungen liegen Prognosen zur Kreditwürdigkeit der Kunden zugrunde. Eine wesentliche Veränderung der Annahmen oder Umstände kann zukünftig zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen generieren.

Für Fertigungsaufträge mit Kunden im Projektgeschäft realisieren wir Umsatzerlöse nach der Percentage-of-Completion-Methode entsprechend dem Leistungsfortschritt, welchen wir über den Fertigstellungsgrad ermitteln. Dies erfordert Schätzungen hinsichtlich der gesamten Auftragskosten und Auftragserlöse, der Auftragsrisiken sowie anderer maßgeblicher Größen. Diese Einschätzungen werden regelmäßig von den operativ Verantwortlichen überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Die Ermittlung der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer, insbesondere der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Wesentliche Faktoren sind hier die anzusetzenden marktadäquaten Abzinsungssätze sowie Lebenserwartungen. Aufgrund sich verändernder Markt- und Wirtschaftsbedingungen können die getroffenen versicherungsmathematischen Annahmen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Dies kann wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der Rückstellungen und somit auf die gesamte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Andere Rückstellungen bilanzieren wir auf Basis der bestmöglichen Einschätzung der Wahrscheinlichkeit künftiger Nutzenabflüsse. Der spätere tatsächliche Nutzenabfluss kann allerdings aufgrund geänderter wirtschaftlicher, politischer oder rechtlicher Rahmenbedingungen hiervon abweichen, was sich in Mehraufwendungen oder Auflösungserträgen widerspiegelt.

Bei den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist die weltweite Ausrichtung unserer Aktivitäten zu berücksichtigen. Aufgrund unserer operativen Tätigkeit in einer Vielzahl von Ländern mit unterschiedlichen Steuergesetzen und Verwaltungsauffassungen sind differenzierte Beurteilungen bei den Bestimmungen unserer Steuerverbindlichkeiten erforderlich. Unsicherheiten bestehen möglicherweise aufgrund der unterschiedlichen Interpretation von Sachverhalten durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Angesetzt werden ungewisse Steuerforderungen und -verbindlichkeiten, wenn deren Eintrittswahrscheinlichkeit mehr als 50 % beträgt. Dabei wird als beste Schätzung die voraussichtlich erwartete Steuerzahlung für die Bilanzierung zugrunde gelegt. Obwohl wir davon ausgehen, eine vernünftige Einschätzung steuerlicher Unwägbarkeiten getroffen zu haben, ist es möglich, dass die tatsächliche Steuerlast von unserer ursprünglich getroffenen Einschätzung abweicht. Hinsichtlich künftiger Steuervorteile beurteilten wir zu jedem Bilanzstichtag deren Realisierbarkeit. Daher bilden wir Aktive latente Steuern nur dann, sofern künftig ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Verfügung steht. Bei der Abschätzung dieses künftig verfügbaren steuerpflichtigen Einkommens innerhalb eines Planungszeitraums von im Normalfall fünf Jahren ist zu beachten, dass angenommene künftige Geschäftsentwicklungen mit Unsicherheiten behaftet sind und sich teilweise der Steuerung durch die Unternehmensleitung entziehen (zum Beispiel Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung). Kommen wir zu der Erkenntnis, dass aufgrund geänderter Annahmen zuvor bilanzierte Aktive latente Steuern nicht realisiert werden können, erfolgt eine Wertberichtigung in entsprechender Höhe.

Fristigkeiten

Als kurzfristig gilt grundsätzlich ein Zeitraum bis zu einem Jahr.

Vermögenswerte, die sich erst nach mehr als 12 Monaten realisieren lassen sowie Schulden, die erst nach mehr als 12 Monaten fällig werden, gelten ebenfalls als kurzfristig, sofern sie dem in IAS 1 definierten Geschäftszyklus zuzuordnen sind. Für die Auftragsfertigung gilt naturgemäß ein Geschäftszyklus von mehr als 12 Monaten.

Vermögenswerte und Schulden, die nicht kurzfristig sind, gelten als langfristig.

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