PROGNOSEBERICHT

Für das laufende Jahr erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) ein reales Wachstum von 3,4 %. Die UN-Organisation geht bei dieser Prognose davon aus, dass sich das Wachstum in den Industrienationen auf 1,9 % erhöhen wird. Hierzu kann eine weiterhin expansive Geldpolitik beitragen. Den günstigen finanziellen Rahmenbedingungen stehen aber sowohl die bekannten strukturellen Probleme als auch neue politische Unsicherheiten entgegen. Zu diesen gehören protektionistische Tendenzen in einigen für unser Geschäft relevanten Märkten. Die Wirtschaft im Euroraum wird voraussichtlich ein nahezu gleichbleibendes Wachstum aufweisen.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer sieht der IWF eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um real 4,5 % voraus, trotz einer abermals leichten Wachstumsverlangsamung in China. Im zweiten großen asiatischen Markt, Indien, soll sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung durch Strukturreformen hingegen verbessern. Auch in den lateinamerikanischen Ländern, einschließlich unseres wichtigen Produktionsstandortes Brasilien, ist, bei einer Erholung der Rohstoffpreise, mit einer Wende zum Besseren zu rechnen. Mit einer Normalisierung der Öl- und Gaspreise wäre auch für die arabischen Förderstaaten eine positive Entwicklung zu erwarten.

Von dieser globalen Konjunkturentwicklung wird der Maschinenbau nach Einschätzung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) voraussichtlich nur unterdurchschnittlich profitieren. Die Organisation sieht im globalen Rahmen nur eine Steigerung um real 2 % voraus; ihre Prognose für den deutschen Maschinenbau fällt dabei mit + 1 % noch pessimistischer aus. Zur Begründung nennt der Verband die Schwäche einiger „rohstoffnaher Fachbereiche“ und ungelöste geopolitische Krisen, aber auch die genannten protektionistischen Tendenzen.

Für die Hersteller von Flüssigkeitspumpen in Deutschland erwartet der VDMA im laufenden Jahr einen stagnierenden Umsatz. Bei Industriearmaturen rechnet der Verband sogar damit, dass der Umsatz um 3 % zurückgeht.

DEUTLICHES WACHSTUM BEIM AUFTRAGSEINGANG UND ANNÄHERND STABILER UMSATZ

Angesichts dieser konjunkturellen Perspektiven gehen wir planerisch davon aus, dass unser Auftragseingang im laufenden Jahr deutlich steigen wird, während der Umsatz annähernd stabil bleibt. Dabei rechnen wir in erster Linie mit einer Belebung unseres Geschäfts mit Standardprodukten, Serviceleistungen und Ersatzteilen. Wesentlich für die Höhe des Auftragseingangs wird letztlich sein, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang sich außerdem das Projektgeschäft wieder belebt und wir potenzielle Kunden bei neuen Vorhaben technisch wie preislich überzeugen.

Pumpen

Für Kreiselpumpen, wie wir sie hauptsächlich herstellen und vertreiben, gehen wir von einem deutlichen Anstieg der Nachfrage aus. Dieser wird voraussichtlich durch das Wachstum im Wasser- und Abwassermarkt gespeist sowie eine sich langsam belebende Investitionstätigkeit in der Chemie und Petrochemie. Unter anderem ist in den Märkten Saudi-Arabien und Iran bei einer Erhöhung des Ölpreises mit neuen petrochemischen Projekten, aber auch Vorhaben in der Wasser- und Abwassertechnik zu rechnen. Weitere abwassertechnische Großbauten sind in Ostasien, Nordamerika und Nordafrika geplant.

Generell kann der Wunsch nach energieeffizienten Lösungen unser Geschäft mit Automationsgeräten und Strom sparenden Motoren ankurbeln. Dies gilt im Besonderen für die Gebäudetechnik in Deutschland, wo der „Nationale Aktionsplan Energieeffizienz“ Lösungen fordert, die den Stromverbrauch reduzieren. Speziell für unsere hocheffizienten Heizungspumpen erwarten wir eine vermehrte Nachfrage.

Im verarbeitenden Gewerbe zeichnet sich nur ein leichtes Wachstum ab; im Bergbau ist damit zu rechnen, dass sich der Auftragseingang 2017 weiter bessert.

Weiterhin schwierig bleibt aber die Lage in der konventionellen Energiegewinnung.

Insgesamt rechnen wir im Segment Pumpen mit einem deutlichen Zuwachs beim Auftragseingang und einem deutlichen Rückgang im Umsatz.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts

Armaturen

Auch im Segment Armaturen gehen wir davon aus, dass die hohe Nachfrage aus der Wasser- und Abwasserwirtschaft anhält. Dies betrifft den Neubau von Anlagen ebenso wie Ersatzinvestitionen, um bestehende Infrastrukturen zu sichern. Die Bedarfsschwerpunkte liegen in Asien und dem Mittleren Osten sowie in Nordamerika. Das günstige Marktumfeld im Baugewerbe lässt für das laufende Jahr erwarten, dass sich dort die Auftragslage für gebäudetechnische Klappen, Ventile und Schieber positiv verändert.

Sollten sich die Öl- und Gaspreise normalisieren, ist in der Petrochemie mit einer etwas höheren Nachfrage nach Armaturen zu rechnen. Eine leichte Steigerung ist auch in anderen Industriebranchen, einschließlich der Chemieindustrie, wahrscheinlich.

Demgegenüber zeichnet sich in der Energieversorgung noch keine nachhaltige Markterholung ab. Wir gehen davon aus, dass die Preise für Kraftwerksarmaturen weiterhin unter Druck bleiben.

Aufgrund der genannten Verkaufsimpulse sowie technischer Neuerungen und vertrieblicher Initiativen zum globalen Ausbau des Armaturengeschäfts steht bei den Aufträgen ein deutlicher Anstieg in Aussicht, während der Umsatz leicht wachsen wird.

Service

Im Service setzen wir den Ausbau unserer Infrastrukturen mit Schwerpunkten in China, Indien und den USA fort. Indem wir neue Standorte nahe bei wichtigen Industriezentren einrichten, schaffen wir einen partiellen Ausgleich für das vor allem in Deutschland rückläufige Geschäft mit dem Service in Kernkraftwerken. Nennenswerte Auftragseingänge können wir auch aus den 2016 neu geschaffenen Servicecentern in Abu Dhabi, Australien, Indonesien, Kanada, Malaysia, Mexiko, Saudi-Arabien und der Türkei erwarten. Eine ebenfalls gute Entwicklung sehen wir für unser Geschäft in Indien voraus. Dort haben wir unsere Serviceorganisation neu ausgerichtet und unser Angebot erweitert, um im laufenden Jahr ein überproportionales Wachstum zu erzielen.

Ein vermehrtes Interesse sehen wir im laufenden Jahr auch für unsere Angebote, die Energieeffizienz pumpentechnischer Anlagen zu prüfen und zu verbessern. Dies gilt insbesondere für Kunden aus Industrie und Kommune, die nach Einsparmöglichkeiten suchen.

Aufgrund der noch bestehenden Schwierigkeiten in der Öl- und Gaswirtschaft wird die Servicenachfrage aus dieser Branche zunächst zurückhaltend bleiben. Auch in der Energiewirtschaft, die sich vielfach auf den Basisservice beschränkt, ist 2017 kein Anstieg der Bestellungen zu erwarten; das Geschäft mit den Betreibern von Nuklearkraftwerken in Deutschland wird infolge des schrittweisen Ausstiegs aus der Kernenergie weiter zurückgehen.

Daher rechnen wir im Segment Service für 2017 nur mit einer leichten Steigerung des Auftragsvolumens und einem stabilen Umsatz. Noch unwägbar ist dabei die Entwicklung des Bestelleingangs im Mittleren Osten, der vom Verlauf der politischen Krisen in dieser Region mitbestimmt wird.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts der BRIC-Staaten

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG

Für die aktuelle Geschäftsperiode erwarten wir, wie oben ausgeführt, eine deutliche Verbesserung des Auftragseingangs, vor allem wegen einer Belebung des Geschäfts mit Standardprodukten, Ersatzteilen und Serviceleistungen. Wie erwähnt, gehen wir von positiven Beiträgen aller Segmente aus, dabei wird der prozentuale Zuwachs bei den Pumpen und Armaturen über dem prozentualen Anstieg beim Service liegen. Aus der Bewertung von Fertigungsaufträgen nach IAS 11 erwarten wir einen deutlich geringeren negativen Einfluss auf die Umsatzerlöse. Demzufolge werden die Umsatzerlöse aus heutiger Sicht annähernd stabil bleiben. Deutliche Rückgänge bei den Pumpen sollten durch einen leichten Anstieg bei den Armaturen teilweise kompensiert werden. Beim Service planen wir mit stabilen Umsätzen. Die Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung unserer Ertragssituation, die auf die Senkung von Material-, Personal- und Sachkosten zielen, werden wir unverändert fortführen. Dazu gehört es, die begonnene Neuordnung der Aufgabenverteilung im globalen Fertigungsverbund voranzutreiben. Wir schaffen ferner die Voraussetzungen, um die Anzahl der KSB-Gesellschaften weiter zu reduzieren und die Komplexität des Produktprogramms zu verringern. Demzufolge werden unsere Ergebnisgrößen auch im laufenden Jahr durch Einmalkosten belastet sein; wir planen weltweit mit etwa 50 Mio. €. 2017 werden sich aber bereits weitere positive Effekte aus unseren eingeleiteten Einsparprogrammen (weltweit in vergleichbarer Größenordnung wie 2016) im Ergebnis zeigen. Wir planen daher mit einem Segmentergebnis (also dem Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT), ohne die Effekte aus der Bewertung von Fertigungsaufträgen nach IAS 11) das, abhängig von der Höhe der weiteren Einmalkosten zur Effizienzsteigerung, erheblich über Vorjahr liegen sollte. Hierzu sollen die Armaturen und der Service mit erheblichen Zuwächsen beitragen, die Pumpen mit deutlichen Anstiegen. Unter Berücksichtigung einer voraussichtlich geringeren negativen Ergebnisauswirkung bei den Effekten aus der Bewertung von Fertigungsaufträgen nach IAS 11 wird das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) ebenfalls erheblich über dem Wert von 2016 liegen. Unsere Umsatzrendite würde sich dementsprechend erheblich verbessern.

Bei der Nettofinanzposition planen wir mit einem Wert in Höhe von 240 bis 260 Mio. €.

Der Prognosezeitraum für die vorangehenden Ausführungen, die wir unter Berücksichtigung der nachfolgend dargestellten Chancen und Risiken erarbeitet haben, umfasst das Geschäftsjahr 2017. Über diesen Zeitraum hinausgehende wesentliche Sondereinflüsse können sich aus unseren Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung unserer Ertragssituation ergeben, die auf die Senkung von Material-, Personal- und Sachkosten zielen.

ZUKUNFTSBEZOGENE AUSSAGEN

Soweit dieser Bericht zukunftsbezogene Aussagen und Informationen enthält, beruhen diese auf Annahmen der Geschäftsleitung. Sie drücken unsere aktuellen Prognosen und Erwartungen im Hinblick auf künftige Ereignisse aus. Folglich sind diese zukunftsbezogenen Aussagen und Informationen mit Risiken und Unsicherheiten behaftet, die außerhalb des Einflussbereichs der Geschäftsleitung liegen. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Ereignisse oder Ergebnisse wesentlich von den dargestellten zukunftsbezogenen Aussagen und Informationen abweichen können, wenn eine oder mehrere der nachfolgend genannten oder aber andere Chancen beziehungsweise Risiken und Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.

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