GESCHÄFTSVERLAUF UND ERTRAGSLAGE

Im Geschäftsjahr 2016 haben wir uns noch stärker als in den Vorjahren darauf konzentriert, die Bedarfe derjenigen Kunden zu erfassen, die unsere Produkte bereits im Einsatz haben. Diesen Bestandskunden boten wir mit gutem Erfolg Serviceleistungen, Austauschaggregate oder zusätzlich benötigte Pumpen und Armaturen an. Darüber hinaus legten wir einen Schwerpunkt auf den Vertrieb unserer Standardprodukte. Speziell für unsere erfolgreiche Industriepumpen-Baureihe „Eta“ entwickelten wir dazu auch neue Vertriebskonzepte.

Unverändert schwierig blieb das Projektgeschäft. Es war bei der Ausrüstung von Kraftwerken und petrochemischen Anlagen von dem weiterhin starken Preiskampf geprägt. Bei Kraftwerkspumpen setzten wir darum die Verlagerung unserer Aktivitäten nach Asien fort, um einerseits näher bei den Kunden zu sein und andererseits unsere Herstellkosten zu verringern. Im Öl- und Gasgeschäft sowie in der Petrochemie nutzten wir die Leistungsmöglichkeiten unseres globalen Produktionsnetzwerks, um zu den vom Markt geforderten Preisen anbieten zu können. Die Zahl neuer Projekte war allerdings, aus den eingangs genannten Gründen, sehr begrenzt.

Um unsere Kostenstruktur an die veränderten Marktbedingungen anzupassen, starteten wir 2016 ein im Kern auf drei Jahre angelegtes Effizienzsteigerungsprogramm. Mit einer Vielzahl globaler und regionaler Maßnahmen werden wir in dieser Zeit unsere Material-, Personal- und Sachkosten um insgesamt rund 200 Mio. € verringern. Wichtige Schwerpunkte bilden die Reduzierung unserer Produktionsstandorte und die Zusammenlegung kleinerer Gesellschaften. Im Einkauf helfen unter anderem Lieferantentage und Online-Auktionen, die Materialkosten zu senken. Den mit 1.300 Maßnahmen auch verbundenen Personalabbau führen wir weitgehend sozialverträglich durch. Hierzu haben wir einige Maßnahmen über das Zieljahr 2018 hinaus verlängert.

Wie angekündigt, belasteten die mit dem Programm verbundenen Restrukturierungskosten sowie weitere Einmalkosten die Ertragssituation im laufenden Jahr. Für den Konzern waren dies rund 50 Mio. €; diesen stehen weltweite Einsparungen in ähnlicher Größenordnung gegenüber. Auftragseingang und Umsatz blieben hinter den Vorjahreswerten zurück.

AUFTRAGSEINGANG

Im KSB Konzern erreichte das Volumen eingehender Bestellungen den Wert von 2.156,6 Mio. €. Dies sind 104,6 Mio. € weniger als 2015. Zu Jahresbeginn waren wir in Erwartung mehrerer kraftwerkstechnischer Großaufträge noch von einer deutlichen Verbesserung des Auftragseingangs ausgegangen. Von uns erwartete Vergabeentscheidungen haben sich jedoch verzögert.

Der Rückgang um 4,6 % ist durch die Nachfrageschwäche wichtiger Abnehmerbranchen, insbesondere der Energiewirtschaft, bedingt, aber auch durch hohe negative Währungseffekte. So hatten wir bei der Umrechnung in unsere Konzernwährung Euro Einbußen in Höhe von rund 51 Mio. €. Besonders stark wirkten sich die veränderten Wechselkurse des Euro in Relation zum argentinischen Peso, dem chinesischen Yuan und dem südafrikanischen Rand aus.

Dafür, dass sich der Wert des Auftragseingangs verringert hat, war in erster Linie die Entwicklung in Europa (– 5,2 %) und Amerika / Ozeanien (– 8,4 %) verantwortlich; aber auch die Unternehmen in der Region Mittlerer Osten / Afrika (– 3,0 %) mussten Rückgänge hinnehmen. In Asien (+ 0,5 %) lag der Auftragseingang insgesamt auf Vorjahresniveau. Die Orderentwicklung in der KSB Aktiengesellschaft war mit – 3,7 % besser als im Konzern insgesamt. Unsere deutsche Muttergesellschaft erreichte einen Auftragseingang von 751,8 Mio. €; dabei halfen vermehrte Bestellungen im Geschäft mit Bestandskunden, die Serviceleistungen, Ersatzteile oder neue Produkte benötigten.

Pumpen

Der Auftragseingang im Segment Pumpen lag mit 1.386,6 um 65,8 Mio. € unter dem Vorjahreswert und hat sich somit nicht, wie erwartet, „deutlich“ erhöht. Die Veränderung entsprach mit – 4,5 % in etwa der Gesamtentwicklung der im Konzern eingegangenen Bestellungen. Zu dem Rückgang der Pumpenorders haben die schwierige Situation im Nahen und Mittleren Osten, die ökonomischen Probleme in Brasilien und Russland sowie eine veränderte Ausrichtung der staatlichen Investitionen in China beigetragen.

Insgesamt hat sich zwar die Auftragslage bei Pumpen für den Bergbau – im Zuge der eingangs erwähnten Erholungstendenzen – gegenüber dem Vorjahr verbessert. Deutlich stärker aber gingen die Aufträge zurück, die unsere Gesellschaften aus den Bereichen Energiewirtschaft, Chemie / Petrochemie und Transportwesen erhielten, und die für unser Geschäft in Summe bedeutsamer sind.

Positiv entwickelte sich speziell in Europa der Verkauf von Pumpen an das Baugewerbe. Neben dem erweiterten Vertrieb von Heizungsumwälzpumpen haben neue kompakte Hebeanlagen zu dieser Steigerung beigetragen. In Indien war vor allem der Auftragseingang aus der Wasserwirtschaft erfreulich; dort haben wir nach der Überarbeitung unseres Programms an Brunnenpumpen erste gute Verkaufserfolge erzielt.

Armaturen

Im Segment Armaturen hatten die 2016 verbuchten Bestellungen einen Wert von 331,2 Mio. €. Statt der erwarteten Stagnation ging der Auftragseingang damit um 36,8 Mio. €, gleich 10,0 %, zurück.

Wesentliche Ursache war die nochmals verringerte Nachfrage nach Tieftemperaturklappen, wie wir sie weltweit für Flüssiggastanker und -terminals bereitstellen. Die Reedereien investierten wegen der Schwierigkeiten der Öl- und Gasindustrie nur äußerst verhalten in die Modernisierung und Erweiterung ihrer Tankschiffe. Ähnlich wie bei Pumpen zeigte sich auch bei Armaturen, dass sich die Energiewirtschaft mit dem Bau neuer Anlagen und entsprechenden Bestellungen zurückhielt. Dies bremste den Auftragseingang bei Hochdruckventilen, -klappen und -schiebern. Aufgrund vielfach nicht ausgelasteter Produktionskapazitäten kamen auch aus der Industrie, speziell der Chemie und Petrochemie, keine größeren Nachfrageimpulse.

Sehr positiv entwickelte sich hingegen das Geschäft mit Pipelineklappen zum Einsatz in Wasserversorgungsleitungen. In diesem Bereich konnten wir unseren Marktanteil ausbauen. Hierzu hat nicht zuletzt beigetragen, dass wir Armaturen mit Durchmessern von bis zu 2 Metern einführten, die in beiden Durchflussrichtungen Drücken von maximal 40 bar standhalten. Im Baugewerbe profitierten wir mit unseren Armaturen weiter von dem durch das niedrige Zinsniveau induzierten Bauboom und konnten die Verkaufszahlen erhöhen.

Service

Im Segment Service haben wir mit einem Ordereingang in Höhe von 438,8 Mio. € das angekündigte „moderate“ Wachstum nicht erreicht. Die Auftragswerte für Serviceleistungen und zugehörige Ersatzteile lagen in Summe um 2,0 Mio. €, gleich 0,5 %, unter denen im Vorjahr.

Positive Wachstumsraten verzeichneten wir mit unserem Service in Ost- und Südostasien, insbesondere in China und Indonesien, sowie in der Region Mittlerer Osten / Afrika. In Europa blieb unser traditionell starkes Servicegeschäft in Deutschland durch die Stilllegung der Kernkraftwerke beeinträchtigt. Eine partielle Kompensation bot das wachsende Geschäft im mobilen Armaturenservice bei Industriekunden. Insgesamt verzeichneten die Gesellschaften in Deutschland jedoch ein deutliches Minus. Demgegenüber entwickelte sich das französische Servicegeschäft, auch gestützt auf Rahmenverträge mit großen Unternehmen, positiv.

In Amerika war der Wert unserer Serviceaufträge geringer als im Vorjahr. Dies stand nicht zuletzt im Zusammenhang mit einem noch rückläufigen Geschäft im Bergbau. In Südamerika entwickelte sich vor allem das Geschäft in Argentinien sehr positiv. Dies zeigte sich aber wegen der veränderten Währungsrelation von Peso zu Euro nicht im Konzern-Auftragseingang.

UMSATZ

Unser Konzernumsatz hat sich gegenüber dem Vorjahreswert stark reduziert und erreichte die Höhe von 2.165,7 Mio. €. Das sind 169,2 Mio. € weniger als 2015, was einem Rückgang von 7,2 % entspricht. Erwartet hatten wir lediglich eine „deutliche“ Verringerung. Davon gehen etwa 49 Mio. € auf die veränderten Währungskurse zurück; diese verringerten die Umsatzwerte mehrerer Gesellschaften bei der Umrechnung in die Konzernwährung Euro. Umsatzrückgänge verzeichneten wir in allen Regionen: Europa (– 7,4 %), Mittlerer Osten / Afrika (– 2,5 %), Asien (– 4,8 %) und Amerika / Ozeanien (– 10,8 %). In Europa erwirtschaftete die KSB AG einen Umsatz von 760,6 Mio. €, dies ist ein Rückgang um 7,7 %.

2,17Mrd. €
 Konzernumsatz 2016

Pumpen

Im Segment Pumpen, in dem wir auch 2016 rund zwei Drittel unseres Konzernumsatzes erzielten, kam es zu einem – wie erwartet – deutlichen Rückgang um 85,5 Mio. € auf 1.428,5 Mio. €. Dies entspricht 5,6 %. Davon betroffen waren alle vier Regionen. Hierbei wirkte sich insbesondere die in den Vorjahren rückläufige Nachfrageentwicklung bei Speisepumpen für konventionelle Kraftwerke aus. Aber auch die mehrjährige Flaute in der Öl- und Gasindustrie sowie im Bergbau, mit negativen Effekten auf andere Branchen, haben seit längerem Investitionen eingebremst, sodass im zurückliegenden Geschäftsjahr weniger Pumpenlieferungen für Großprojekte anstanden.

Armaturen

Wie im Auftragseingang verzeichneten wir auch beim Umsatz im Segment Armaturen den prozentual stärksten Rückgang. Der Umsatz mit Klappen, Ventilen, Schiebern und weiteren Armaturenbauarten sank deutlich (statt wie erwartet „kräftig“) um 23,8 Mio. €, gleich 6,2 %, auf 360,8 Mio. €. Besonders ausgeprägt war der Orderrückgang bei Absperrklappen und Membranventilen. In China und Korea wirkte sich in erster Linie die schwächere Nachfrage nach Klappen für die Marine auf den Armaturenumsatz aus.

Service

Der Umsatz im Segment Service erreichte mit 416,5 Mio. € nahezu das Niveau des Vorjahres, bei einer wie erwartet geringfügigen Steigerung von 2,9 Mio. € (+ 0,7 %). Dabei übertrafen wir in unserem wichtigsten Markt Europa leicht den Wert von 2015. Darüber hinaus konnten unsere Gesellschaften in der Region Mittlerer Osten / Afrika kräftig zulegen. Dieses Wachstum hat jedoch die marktbedingt rückläufige Entwicklung unserer Unternehmen in Amerika sowie in einigen asiatischen Ländern konterkariert. In China, wo wir im Gegensatz dazu überdurchschnittlich gewachsen sind, lag ein Schwerpunkt auf der Modernisierung bestehender Kraftwerke.

Umsatz nach Segmenten

ERGEBNIS VOR ZINSEN UND ERTRAGSTEUERN (EBIT)

Der KSB Konzern erwirtschaftete ein Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT), ohne die Effekte aus der Bewertung von Fertigungsaufträgen nach IAS 11, von 102,9 Mio. € (Vorjahr 101,9 Mio. €). Hierzu hat das Segment Pumpen mit einem EBIT von 60,9 Mio. € (Vorjahr 55,4 Mio. €) beigetragen. Damit ist die im Vorjahresbericht gestellte Prognose (kräftiger Rückgang) nicht eingetreten. Im Segment Armaturen ist das EBIT, wie vorausgesagt, kräftig auf 8,8 Mio. € (Vorjahr 10,3 Mio. €) gesunken. Das EBIT des Segments Service ist ebenfalls kräftig (und nicht wie geplant moderat) auf 33,3 Mio. € (Vorjahr 36,2 Mio. €) zurückgegangen. Der Überleitungseffekt aus der Bewertung nach IAS 11 „Fertigungsaufträge“ zum EBIT veränderte sich im Jahresvergleich um – 18,1 Mio. €.

GESAMTLEISTUNG

Der zuvor erwähnte Umsatzrückgang zeigt sich auch in einer verringerten Gesamtleistung. Sie betrug 2.174,2 Mio. €, nach 2.350,3 Mio. € im Vorjahr. Der Bestand an Unfertigen und fertigen Erzeugnissen erhöhte sich um 2,9 Mio. € und war damit um 7,8 Mio. € weniger gestiegen als im Vorjahr. Gegenläufig bilanzierten wir 0,9 Mio. € mehr Andere aktivierte Eigenleistungen.

ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN

Die Sonstigen Erträge sind von 50,0 Mio. € auf 47,2 Mio. € gesunken, unter anderem wegen geringeren Erträgen aus der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen.

Der Materialaufwand ist um 10,8 %, und damit stärker als die Gesamtleistung, rückläufig. Daher sank der Anteil des Materialverbrauchs (874,2 Mio. €) von 41,7 % im Vorjahr auf 40,2 % im Berichtsjahr. Dies ist auch auf erste Erfolge unseres Effizienzsteigerungsprogramms zurückzuführen.

Der Personalaufwand veränderte sich um – 2,5 % auf 798,8 Mio. €. In Relation zur Gesamtleistung verzeichneten wir allerdings 1,8 Prozentpunkte mehr. Wesentliche Einflussgrößen waren die sinkende Beschäftigtenzahl sowie gegenläufig tarifliche Entgeltsteigerungen. Die Belegschaft hat sich bis zum Ende des Berichtsjahres gegenüber 2015 um 624 Beschäftigte auf 15.572 verringert. Den stärksten Rückgang verzeichneten dabei die europäischen Gesellschaften mit 321 Personen, davon 160 an den deutschen Standorten. Eine nennenswerte Verringerung der Mitarbeiterzahl erfolgte auch in Amerika; dort waren zum Stichtag 157 Personen weniger tätig als Ende Dezember 2015. Diese Entwicklung ist die Folge von Maßnahmen, mit denen wir unsere Kostenstrukturen an veränderte Marktbedingungen anpassen. Der KSB Konzern beschäftigte im Jahresdurchschnitt 401 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr. Aufgrund der deutlich niedrigeren Gesamtleistung, bei ebenfalls rückläufiger Beschäftigtenzahl, hat sich die durchschnittliche Leistung je Mitarbeiter gegenüber dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr von 144 T€ auf 137 T€ verringert.

Die Anderen Aufwendungen sind, gemessen an der Gesamtleistung, von 17,5 % auf 17,1 % gesunken. In absoluten Zahlen ist dies eine Veränderung von 411,5 Mio. € auf 372,4 Mio. €. Ursächlich waren rückläufige Vertriebskosten, ein reduzierter Verwaltungsaufwand sowie niedrigere Fremdleistungen.

Das Finanzergebnis hat sich um 5,1 Mio. € verschlechtert. Hier spiegelt sich vor allem das geringere Ergebnis aus Beteiligungen wider, die wir nach der Equity-Methode bilanzieren. Aufgrund des Ergebnisanteils unseres dort enthaltenen chinesischen Gemeinschaftsunternehmens haben wir Aufwendungen von insgesamt 1,3 Mio. € ausgewiesen, im Vorjahr waren es noch Erträge in Höhe von 4,4 Mio. €.

ERGEBNIS

Der KSB Konzern erwirtschaftete ein Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) von 74,6 Mio. €, nach 93,4 Mio. € im Jahr 2015. Damit ist unsere Vorjahresprognose eines kräftig rückläufigen Ergebnisses infolge von Einmalkosten eingetreten. Die Umsatzrendite vor Ertragsteuern verringerte sich entsprechend von 4,0 % im Vorjahr auf 3,5 % und bestätigt damit ebenfalls unsere im Vorjahr geäußerten Erwartungen. Die Ertragsteuerquote ging unter anderem wegen des verringerten Umfangs steuerlich nicht wirksamer Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte zurück. Sie beträgt nun 36,0 % nach 44,1 % im Jahr 2015. Das Ergebnis nach Ertragsteuern von 47,8 Mio. € (Vorjahr 52,2 Mio. €) ist daher mit 8,4 % nicht so stark gesunken wie das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) (20,1 %).

74,6Mio. €
 Konzernergebnis (EBT) 2016

Das auf die nicht beherrschenden Anteile entfallende Ergebnis erhöhte sich von 12,9 Mio. € auf 14,9 Mio. €. Dies ist auf verbesserte Ergebnisbeiträge unserer asiatischen Gesellschaften zurückzuführen. Die Relation zum Ergebnis nach Ertragsteuern veränderte sich daher von 24,7 % auf 31,0 %.

Die Ergebnisanteile der Aktionäre der KSB AG (32,9 Mio. €) lagen somit um 6,4 Mio. € unter denen des Vorjahres (39,3 Mio. €).

Das Ergebnis je Aktie betrug für die Stammaktien 18,68 €, nach 22,30 € im Vorjahr, und für die Vorzugsaktien 18,94 €, nach 22,56 € im Jahr 2015.

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