Unternehmerische Verantwortung

Nachhaltig und verantwortlich zu wirtschaften, ist unser erklärter Anspruch. Indem wir diesem gerecht werden, schützen wir nicht nur Mensch und Umwelt, sondern schaffen auch die Voraussetzung für einen dauerhaften Unternehmenserfolg. 2010 haben wir uns deshalb mit dem Beitritt zum UN Global Compact verpflichtet, unsere geschäftlichen Aktivitäten an zehn universellen Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung auszurichten.

Im Berichtsjahr haben wir nun erstmals unter Berücksichtigung der Interessen unserer Stakeholder eine Analyse durchgeführt, um die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen für KSB zu ermitteln. In einem mehrstufigen Verfahren identifizierten wir so die Schwerpunkte in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Soziales.

WESENTLICHE NACHHALTIGKEITSTHEMEN FÜR KSB


Die Wesentlichkeitsanalyse zeigt die Handlungsfelder, auf denen in den kommenden Jahren das Hauptaugenmerk unserer unternehmerischen Verantwortung liegen wird. Dabei handelt es sich um Themen, die sowohl für die Stakeholder als auch für KSB hohe oder sehr hohe Priorität besitzen.

Im Bereich Wirtschaft ist das vor allem die Compliance, also das regelkonforme Verhalten eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter. Die Umweltthemen Ressourceneffizienz und energieeffiziente Produkte haben zugleich ökonomische Komponenten. Auf dem Gebiet Soziales engagiert sich unser Unternehmen traditionell für gesellschaftliche Belange und sieht Bildung als Zukunftsaufgabe. Über die wichtigsten Themen berichtet KSB in diesem Kapitel.

WIRTSCHAFT

Im weltweiten Wettbewerb erwarten Kunden und Geschäftspartner ein integres Verhalten von KSB. Das Einhalten rechtlicher Vorschriften und konzernweit gültiger Richtlinien gehört zu unserem Selbstverständnis. Da bereits das Fehlverhalten eines Einzelnen den Ruf unseres Unternehmens ernsthaft schädigen kann, haben wir ein System geschaffen, um das regelkonforme Verhalten unserer Mitarbeiter zu gewährleisten. Zu den wesentlichen Bestandteilen dieses Compliance-Systems gehören verbindliche Vorgaben. Diese haben wir im konzernweit geltenden KSB-Verhaltenskodex formuliert und in Schulungsmaßnahmen vermittelt.

Im Jahr 2016 nahmen mehr als 5.000 Mitarbeiter an einem Training zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention teil. Durch ein weltweites Anforderungsraster stellen wir sicher, dass wir alle Personen mit Kunden- oder Lieferantenkontakten in diesen Themen schulen. Dies hilft den Teilnehmern, mögliche Risiken und Gefahren im Arbeitsalltag zu erkennen und zu vermeiden. Die Trainingsmaßnahme wiederholen wir im Abstand von drei Jahren, zwischenzeitlich entstehende Schulungsbedarfe decken wir halbjährlich ab.

Erhält ein Mitarbeiter Kenntnis von Verstößen oder ist er im Zweifel, wie er sich regelkonform verhält, kann er die Compliance-Organisation einschalten, insbesondere den zuständigen „Compliance Officer“. Darüber hinaus lassen sich straf- oder kartellrechtlich bedenkliche Sachverhalte direkt an einen unabhängigen Ombudsmann weitergeben. Dieser nimmt sich möglicher Themen an, ohne die Informanten zu nennen. Liegen belastbare Hinweise vor, gehen wir diesen nach.

Neben einer guten Reputation ist die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens für einen langfristigen Erfolg essenziell. Deshalb beschäftigen wir uns kontinuierlich mit Fragen, wie sich Trends, derzeit generative Fertigungsverfahren und die Digitalisierung, auf unser Geschäft auswirken. So wollen wir uns neue Märkte und Geschäftspotenziale erschließen. Aktuell nutzen wir eine Anlage in unserem Werk in Pegnitz, um kleinere Bauteile mittels selektiven Laserschmelzens herzustellen. Spätestens 2018 werden wir größere Komponenten in diesem Verfahren fertigen. Vielversprechend ist auch das Vernetzen von Pumpen, Armaturen und weiteren Komponenten zu integrierten Systemen. Die Digitalisierung wird neue Geschäftsmodelle hervorbringen und KSB will hierbei als Vordenker agieren.

Unsere Kunden verlangen von unseren Pumpen und Armaturen ein Höchstmaß an Sicherheit, um Betriebsausfälle sowie Personen- und Umweltschäden zu vermeiden. KSB hat das Ziel, dauerhaft zuverlässige Produkte anzubieten. Dabei orientieren wir uns an allen Standorten an den gleichen Qualitätsstandards.

UMWELT

Der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen ist eine Aufgabe, der wir uns als Unternehmen stellen.

Im Jahr 2016 haben wir an unseren Standorten mehr als 400 interne Audits durchgeführt. Diese bestätigen, dass unsere Gesellschaften die geforderten Standards beim Umweltschutz, aber auch bei Qualität und Arbeitssicherheit einhalten. Darüber hinaus lassen wir unsere Werke regelmäßig nach international anerkannten Managementsystemen zertifizieren. Auf diesem Wege haben wir im zurückliegenden Geschäftsjahr neue Vorgaben des Umweltmanagementsystems ISO 14001 in 72 Ländern umgesetzt.

Den Kunden bieten wir energieeffiziente Produkte an, die sich durch einen geringen Verbrauch auszeichnen. Im Berichtsjahr haben wir zahlreiche Innovationen vorgestellt, die zum schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen beitragen.

Bei vielen Neuheiten haben unsere Ingenieure den bestmöglichen hydraulischen Wirkungsgrad erreicht, etwa bei einer vertikalen Hochdruckpumpe, die vor allem in industriellen Prozessen zum Einsatz kommt. Neu eingeführte Unterwassermotorpumpen für die Wassergewinnung verbrauchen dank innovativer Energiesparmotoren weniger Strom als herkömmliche Aggregate.

Bei der Herstellung unserer Produkte verringern wir kontinuierlich den Verbrauch von Rohstoffen und Energie. Damit senken wir nicht nur die Kosten, sondern schonen auch die Umwelt.

Um Einsparziele zu definieren und zu überprüfen, dokumentieren wir die Verbräuche unserer zehn größten Konzerngesellschaften. Bis zum Jahr 2020 wollen wir zum Beispiel unseren CO2-Ausstoß um 10 % reduzieren, gemessen am Ausgangswert des Jahres 2012. Der Frischwasserverbrauch soll im selben Zeitrahmen um 4 % sinken.

Im Jahr 2015 haben wir europaweit Energieaudits durchgeführt, um Einsparpotenziale zu ermitteln. Die Ergebnisse dieser bisher 18 Analysen führten zu ersten Maßnahmen, die wir im Berichtsjahr umgesetzt haben und in den kommenden Jahren fortsetzen.

Um den Energieverbrauch zu reduzieren, sanierten wir Gebäude in Deutschland und Frankreich, die gedämmte Außenwände, neue Fenster und isolierte Dächer erhielten. Durchweg setzen wir auf Hocheffizienzleuchten, die weniger Energie als konventionelle Leuchtmittel benötigen. So haben wir in Argentinien, Deutschland, Indien und den USA die Beleuchtung in Produktionsstätten, Verwaltungs- und Sozialgebäuden großteils auf moderne LED-Anlagen umgestellt.

Bei KSB arbeiten täglich viele Menschen über Standort- und Ländergrenzen hinweg eng zusammen. Um die Kosten für Reisen und die Belastungen für die Umwelt gering zu halten, bauen wir unser internationales Videokonferenz-System weiter aus. Im Jahr 2016 haben wir die Zahl der Videoräume auf 72 erhöht. Damit verfügen inzwischen 58 Standorte in 25 Ländern über diese Kommunikationseinrichtung. Außerdem nutzen 170 Mitarbeiter ein individuelles Videosystem. Insgesamt gab es etwa 16.000 Bildschirmkonferenzen.

Sofern sich Geschäftsreisen nicht durch Telefon- und Videokonferenzen vermeiden lassen, setzen wir auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. 2016 haben alleine unsere Mitarbeiter in Deutschland mehr als 500.000 Kilometer mit der Bahn zurückgelegt.

An vielen Standorten nutzen wir erneuerbare Energien. Besonders dort, wo wir neue Werke oder Gebäude errichten, bedienen wir uns der Kraft von Sonne und Wind. Im Berichtsjahr schlossen wir in Indien ein Projekt ab, dass es nun ermöglicht, den Strom für ein neues Verwaltungsgebäude mit einer Solaranlage zu erzeugen.

Wenn wir bestehende Anlagen modernisieren, stellen wir auf Maschinen und Geräte um, die höchsten Umweltansprüchen genügen. Im Jahr 2016 gingen in Produktionswerken in Frankreich und Südafrika neue Lackier- und Spritzkabinen in Betrieb. Diese verbrauchen weniger Energie und reduzieren die Emission von Stoffen.

Bei der Produktion entstehen Abfälle. Wir wollen möglichst wenige verursachen. So versuchen wir, Verpackungsmaterial einzusparen oder zumindest umweltfreundliche Stoffe zu verwenden. Wenn sich Abfälle nicht vermeiden lassen, sammeln wir Materialien, beispielsweise Papier und Metalle, um sie wiederzuverwerten. Den Einsatz gefährlicher Stoffe wie Öle und Lösungsmittel haben wir bereits drastisch reduziert, nämlich um 18,4 % im Zeitraum von 2012 bis 2015. Damit haben wir unser Ziel, den Gebrauch dieser Stoffe in der Fertigung bis 2020 um 20 % zu verringern, schon fast erreicht.

Unsere Ziele

SOZIALES

Als global aktives Unternehmen stellen wir uns auch unserer sozialen Verantwortung. Daher engagieren wir uns für gesellschaftliche Belange; das Thema Bildung ist dabei ein Schwerpunkt. In Deutschland unterstützen wir die Initiative „Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V.“, zu deren Gründungsmitgliedern KSB zählt. Seit 2005 haben wir mit Schulen und Kindergärten Bildungspartnerschaften vereinbart, um junge Menschen frühzeitig für naturwissenschaftliche und technische Themen zu begeistern. Dazu stellen wir entsprechende Lernmaterialien für Experimente und Übungen zur Verfügung. Im Jahr 2016 kamen zwei neue Kooperationen mit Schulen hinzu.

Bereits zum vierten Mal richtete KSB in Frankenthal einen Regionalwettbewerb von „Schüler experimentieren – Jugend forscht“ aus. In Bayreuth unterstützen wir die Veranstaltung, ebenfalls zum wiederholten Mal, als Kooperationspartner. Der europaweit größte Wettbewerb für Naturwissenschaft und Technik bietet eine Plattform für Schüler, um ihre Forschungsprojekte vorzustellen.

Unsere Mitarbeiter in Mexiko schulten Kinder zu Umweltthemen und zum Recycling. Bei diesem Projekt bauten die Teilnehmer einen Komposter, um Bioabfälle am mexikanischen Standort umweltgerecht abzubauen.

KSB fördert das Interesse junger Menschen an Wirtschaft und Unternehmertum. So unterstützten wir in Spanien das Bildungsprojekt einer Schule, in dem unsere Mitarbeiter den Schülern helfen, eine Geschäftsidee umzusetzen. An unserem Hauptstandort in Zarautz bot sich den „Nachwuchsmanagern“ die Gelegenheit, sich mit unseren Führungskräften über ihre Vorhaben auszutauschen. Einblicke in den Berufsalltag von Ingenieuren ermöglichten wir Gymnasiasten in unserem Werk in Halle. Unterstützt von KSB-Mitarbeitern realisierten die Schüler dort ein Logistikprojekt.

Wir engagieren uns dauerhaft für ein funktionierendes Miteinander im Umfeld unserer Standorte. In Indien haben wir 15 gemeinnützige Projekte an unseren Fertigungsstätten unterstützt. Das Engagement galt vor allem Organisationen, die sich um die Belange von Behinderten, sozial Benachteiligten sowie kranken und älteren Menschen kümmern. So rüsteten wir verschiedene soziale Institutionen mit dringend benötigten Einrichtungen aus. Dazu zählten eine Wasseraufbereitungsanlage und ein Solar-Wasserheizsystem. Außerdem halfen wir mit Fahrzeugspenden, einer neuen Küche, der Umsetzung eines behindertengerechten Zugangs und dem Bau von sanitären Anlagen.

In Frankreich haben wir ein Hilfsprojekt in der Republik Niger finanziert, um einen neuen Klassenraum für Kinder zu errichten. Zudem förderten wir den Bau eines Brunnens in der Nähe eines abgelegenen Dorfes.

Traditionell spendet die KSB AG zu Weihnachten für mehrere gemeinnützige Zwecke. Die finanziellen Mittel flossen 2016 beispielsweise an eine Organisation, die defekte Brunnenpumpen an der Elfenbeinküste repariert. Darüber hinaus unterstützten wir Schulen und soziale Projekte an unseren drei großen deutschen Produktionsstandorten.

Im Rahmen unseres betrieblichen Gesundheitsmanagements setzen wir nicht nur auf die arbeitsmedizinische Vorsorge, sondern auch auf individuelle Präventionsangebote. Dazu gehörten in Deutschland Hautkrebsscreenings und Tests zur Erkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Mitarbeiter nutzten außerdem das Angebot kostenloser Grippeschutzimpfungen.

Eine permanente Aufgabe ist es, das Risiko von Arbeitsunfällen zu reduzieren. Dabei liegt der Schwerpunkt unserer Maßnahmen in den Fertigungsbereichen.

Sicheres Arbeiten ist aber nicht nur dort ein Thema. Deshalb führen wir jährlich ein E-Learning zur Arbeitssicherheit im Büro durch. Im Berichtsjahr haben mehr als 2.000 Personen daran teilgenommen, um mögliche Gefahren und deren Vermeidung kennenzulernen.

Wir berücksichtigen aber nicht nur die Sicherheit unserer Belegschaft, sondern auch die unserer Lieferanten. Nachhaltigkeit in der Lieferkette bedeutet für uns, dass wir von unseren Zulieferern neben dem Einhalten hoher ökologischer Standards faire Arbeitsbedingungen verlangen. Im Jahr 2016 haben wir 28 % unserer wichtigsten globalen Lieferanten mit Blick auf Umweltschutz und Arbeitssicherheit bewertet. Im laufenden Jahr setzen wir diese Analyse fort.

Vielfältig engagiert: KSB richtet regelmäßig den Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in Frankenthal aus, wo Kinder und Jugendliche interessante Projekte vorstellen (Bild oben). Im Niger unterstützen wir ein Hilfsprojekt mit dem Bau eines Brunnens (Bild links). Um den Energieverbrauch zu senken, sanieren wir unsere Firmengebäude wie in Halle (Bild rechts).

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